Ein Biosphärenreservat der UNESCO im Land der Tausend Teiche
 
 >>>Informationsblatt zum Biosphaerenreservat

Das Biosphärenreservat "Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft" feierte im Jahr 2004 sein zehnjähriges Jubiläum.
Bereits 1990 wurde der zentrale Teil des gleichnamigen Naturraumes aufgrund seiner einzigartigen Naturausstattung als Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung unter Schutz gestellt. 1994 erfolgte die einstweilige Sicherstellung als Biosphärenreservat. Damit wurde dieser einmaligen, jahrhundertealten Kulturlandschaft ein würdiger Rahmen gegeben und die Erhaltung, Pflege und künftige Entwicklung unter fachlicher Aufsicht und Begleitung gesichert. 1996 wurde die Anerkennung als 13. UNESCO- Biosphärenreservat in Deutschland nach dem Programm "Der Mensch und die Biosphäre" ausgesprochen. Wichtigster Grundsatz ist es, die Erhaltung der Naturvielfalt mit dem wirtschaftlichen Erwerb in Einklang zu bringen.

 
Lage:
 
Zentraler Bereich des Naturraumes Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet;

 
- naturräumliche Begrenzung
im Westen:   Königsbrück-Ruhlander Heiden
im Norden:   Muskauer Heide
im Osten:   Neiße-Niederung
im Süden:   Oberlausitzer Gefilde

 
 
Teichlausitz:

Slawische Siedler, die hier im 6. Jahrhundert einwanderten, nannten diese Landschaft wegen ihrer vielen Moore, Sümpfe, Tümpel und Gewässer - "" ("Sumpfland"). Damit wurde dieser Naturraum charakterisiert. Aus dem sorbischen "" ging die heutige Bezeichnung "Lausitz" hervor. Ein besonders reizvoller Teil der Lausitz ist das größte Teichgebiet Deutschlands, dass hier in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft vorzufinden ist. Man spricht auch von der "Teichlausitz". Von über 1000 Teichen befinden sich 343 Teiche im Biosphärenreservat. Alle Teiche sind Ergebnis menschlichen Schaffens.

 
Kulturlandschaft mit besonderer Anziehungskraft:

Natur
Besiedlung
Kultur
- Dünenwälder, Feuchtwiesen, Moore; - Beginn der slawischen Besiedlung um 600; - bis heute erhaltene sorbische Traditionen (Vogelhochzeit, Osterreiten, Hexenbrennen);
- ständiger Wechsel zwischen trockenen und nassen Gebieten; - umfangreiche Rodungen und folgende Bewirtschaftung; - Fischerfeste anläßlich der jährlichen "Fischernte";
- große Artenvielfalt in Fauna und Flora; - ab 1000 bis 1300 Einwanderung fränkischer Bauern und Beginn des Ausbaus der Teiche; - Belebung alter Handwerkerkünste und Brauchtumspflege, z.B. Bauernmärkte u. Dorffeste;
- Wechsel zwischen Wäldern und weiträumigem offenem Land; - von da an Mischbesiedlung und Zweisprachigkeit bis in die Gegenwart;    

 
Was ist ein Biosphärenreservat?

Diese Bezeichnung wird vom Begriff "Biosphäre - Lebensraum" abgeleitet. Damit ist die Gesamtheit der Räume angesprochen, in denen das Leben auf unserer Erde möglich ist. Die "Biosphärenreservate" sind ganz bestimmte Abschnitte aus solch einem Lebensraum, die eines besonderen Schutzes durch die Menschen bedürfen.

Diese weltweit ausgewiesenen Schutzgebiete bilden die Grundlage eines Netzwerkes der UNESCO mit dem Titel "MAN AND BIOSPHERE" (MAB), zu deutsch "Mensch und Biosphäre". Hauptanliegen von Biosphärenreservaten ist es, darzustellen, wie menschliches Wirken und Wirtschaften im Einklang mit der Natur vollzogen werden kann.

 
Das MAB-Programm:

Dieses Programm formuliert für die Biosphärenreservate folgende Zielstellungen:
Aufbau eines Schutz- und Modellgebietes

    - zur Demonstration nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung,
- für eine ökologische Umweltforschung und -beobachtung,
- für eine aktive Umweltbildung und -erziehung.
 

Im Gegensatz zu Zielstellungen im "Nationalpark" werden hier die Menschen mit ihren Wirtschaftsformen ausdrücklich in das Programm integriert.

 
Biosphärenreservat "Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft":
 
Lage:

           

 
Größe:
 
Fläche: 30.102 ha, davon u.a. 14.326 ha Wald, 2.403 ha Gewässer und Teiche, 10.556 ha Landwirtschaft, 1.083 ha Siedlungs- und Verkehrsflächen
Einwohner: ca 12.800
Besonderheiten: Zweisprachiges Gebiet (deutsch und sorbisch), Einzugsbereich ehemaliger Braunkohlentagebaugebiete mit fast 2.000 ha Fläche.
 
Zonierung:

Es bestehen die weltweit üblichen Schutzzonen, damit die einzelnen Bereiche ihrer natürlichen Ausstattung gemäß bewirtschaftet oder gepflegt werden können. Folgende Einteilung wurde vorgenommen:

Entwicklungszone / Harmonische Kulturlandschaft Entwicklungszone / Regenerierungsbereich Pflegezone
(Naturschutzgebiet)
Kernzone
(Naturschutzgebiet)
(Zone III)
Fläche: 14,949 ha
(Zone IV)
Fläche: 2.014 ha
(Zone II)
Fläche: 12.015 ha
(Zone I)
Fläche: 1.124 ha
Hauptbereich des Lebens und Wirtschaftens, z.B. Siedlungen Erheblich beeinträchtigte Flächen, z.B. ehem. Braunkohlenabbau Bereiche mit naturverträglichen Nutzungsformen, z.B. Teichwirtschaften Totalreservat - ohne menschlichen Einfluß - BETRETUNGSVERBOT